Milchsuppe für eine faire Vorsorge

Drei prominente Mitglieder des Initiativkomitees: Thomas Weibel, NR GLP; aNR Toni Bortoluzzi und Bruno Pezatti, NR FDP

von Peter Wirth
Erschienen auf vorsorgeforum.ch, 26.3.2019

Das Komitee der Eidgenössischen Volksinitiative “Für eine generationengerechte Altersvorsorge (Vorsorge Ja – aber fair)”  hatte sich einen ausgesprochen symbolträchtigen Ort für seinen Medienanlass vor dem Start der Unterschriftensammlung ausgewählt: das Kloster Kappel, wo einst Protestanten und Katholiken statt  sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen über einem Teller Milchsuppe einen wenigstens vorläufigen Frieden schlossen und das blutige Geschäft der Schlacht um fünf Jahre aufschoben. Eine vernünftige Grundlage für eine grundlegende Reformation der beruflichen Vorsorge ist auch mit der Initiative vorgesehen.

Josef Bachmann, früherer PwC-Pensionskassenchef und eigentlicher Träger dieser Initiative, legte dar, weshalb eine grundlegende Reform der beruflichen Vorsorge unumgänglich ist. Weder mit zusätzlichen Beiträgen noch einem Schrauben an den Parametern ist es getan. Die massive Umverteilung in Höhe eines Viertels der Leistungen ist nicht mehr mit Solidarität zu umschreiben, sie grenzt an Diebstahl, zumal die “Leistungssubventionierung” durch die Jungen umso grösser ist, je höher die Rente ausfällt. Die versprochenen Leistungen sind nicht finanziert, die massive Zunahme der Lebenserwartung nicht berücksichtigt.

Die in Form einer allgemeinen Anregung gehaltene Initiative fordert eine Ende der Umverteilung, die Sicherung der Generationengerechtigkeit von Leistungen und Beiträgen, die Schaffung der Voraussetzungen für eine moderate Senkung der Renten bei Bedarf und der Erhöhung nach Möglichkeit und die Festsetzung des Rentenalters nach individuellen Bedürfnissen.

Start der Unterschriftensammlung ist am 2. April. Innerhalb von 18 Monaten müssen 100’000 Unterschriften zusammenkommen. Eine grosse Herausforderung, da weder Parteien noch Fachverbände dahinter stehen. Sollte es nicht gelingen, das System der 2. Säule rechtzeitig zu modernisieren, befürchtet Bachmann massive Rentenkürzungen die weit einschneidender sein würden als alles, was jetzt mit einer Flexibilisierung der Renten vorgesehen ist.

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